„Was soll die Seite eigentlich können?“
Die Frage, die in 9 von 10 Relaunch-Projekten zu spät gestellt wird.
Ein Website-Relaunch ist kein Designprojekt. Auch kein Technikprojekt. Sondern eine strategische Veränderung – und die gelingt nur, wenn sie intern vorbereitet ist. Was viele unterschätzen: Der größte Hebel für Erfolg liegt nicht nur bei der Agentur, sondern vor allem im eigenen Haus.
Eine gute Agentur liefert dir kein fertiges Konzept – sondern entwickelt eines mit dir. Das heißt aber nicht, dass du dafür nicht perfekt vorbereitet sein solltest. Und zwar mit Antworten auf diese Punkte:
Ziele & Prioritäten
• Was ist das Zielbild der neuen Seite – strategisch UND operativ?
• Welche Zielgruppen sind relevant – und in welcher Reihenfolge?
• Welche Seitenbereiche haben höchste Priorität?
Governance & Rollen
• Wer entscheidet final – und wer meint nur mit?
• Wer verantwortet Inhalte, wer Technik, wer die Gesamtkoordination?
• Wer fängt Rückfragen ab – intern wie extern?
Inhalte & Struktur
• Welche Inhalte bleiben? Welche fliegen raus?
• Gibt es bereits eine funktionierende Seitenstruktur?
• Sind Texte, Bilder, Grafiken vorhanden oder müssen sie produziert werden?
Technik & Integration
• Welche Tools müssen integriert werden (CRM, Chat, Newsletter, Bewerbertools)?
• Gibt es bestehende Anforderungen an Hosting, SEO, Tracking, Barrierefreiheit?
5 Schritte, bevor du überhaupt mit einer Agentur sprichst
Ziele definieren
Was genau soll die neue Website leisten – für wen, warum und in welchem Zeitrahmen?
Bestandsaufnahme machen
Welche Inhalte, Tools und Seiten gibt es – was kann bleiben, was fliegt raus?
Verantwortlichkeiten klären
Wer macht was? Wer hält den Kontakt zur Agentur? Wer entscheidet final?
Rollen & Entscheidungswege definieren
Wer darf mitreden – und wer nicht? Welche Meinungen sind relevant, welche nicht?
Lastenheft light erstellen
Kein Roman – nur ein klarer Überblick: Ziele, Rahmen, Ansprechpartner:innen.
Und dann?
Wenn das Projekt organisatorisch aufgestellt ist, beginnt die eigentliche Herausforderung: Wie soll die Website aussehen – nicht nur visuell, sondern inhaltlich?
Hier scheitert der Relaunch oft zum zweiten Mal. Die Struktur bleibt vage, es fehlen echte Inhalte, Bildkonzepte sind diffus. Damit du nicht in der Schleife „Design – Feedback – Änderung – Ratlosigkeit“ hängen bleibst, brauchst du konkrete Entscheidungen.
Bilder: Was wollen wir wirklich zeigen?
Authentisch oder ästhetisch? Menschen, Produkte oder Storytelling? Und: Haben wir überhaupt eigenes Material oder brauchen wir ein Shooting?
Produkte: Wie nennen und strukturieren wir sie?
Sind die Begriffe kundentauglich – oder nur intern geliebt? Denken wir in Funktionen, Lösungen oder Kategorien?
Struktur: Was braucht die Seite – und was nicht?
Welche Inhalte sind Pflicht, welche optional? Landingpages oder Onepager? Wie viel Tiefe ist zumutbar?
Messaging: Welche Sprache spricht unsere Marke?
Was sind unsere Kernbotschaften? Wie sprechen wir – technisch, partnerschaftlich, vertriebsorientiert? Haben wir ein einheitliches Wording?
Der häufigste Fehler: zu früh!
Oft wird ein Relaunch gebrieft, der intern noch gar nicht verstanden wurde.
Kein Zielbild, kein Fokus, keine Content-Strategie – und dann soll die Agentur liefern.
Ergebnis: Stückwerk, endlose Schleifen, teure Nachbesserungen.
So startest du richtig.
Mach ein internes Kickoff:
– 90 Minuten, kleine Runde, kein PowerPoint. (was ich gegen PowerPoint habe schreibe ich übrigens hier.)
– Ziel: Gemeinsames Verständnis, grobe Roadmap, klare Rollen.
Dokumentiere die wichtigsten Erkenntnisse direkt in einem Google Doc (siehe oben).
Sammelt alles, was euch hilft, ein gemeinsames Bild zu entwickeln: Ziele, Inhalte, Sprache, Struktur.
Brieft erst die Agentur, wenn ihr dieses Bild gemeinsam gezeichnet habt.
Wenn ihr dabei Unterstützung braucht, kann eine strategische Beratung helfen – aber nur zur Aktivierung, nicht als Ersatz.