LinkedIn-Leadkampagne in 12 Ländern – was wir gelernt haben
Aktuell begleiten wir eine LinkedIn-Kampagne zur Leadgenerierung in zwölf europäischen Ländern.
Leadmagnet ist ein Gewinnspiel – einfach, niedrigschwellig, aber mit klarem Vertriebsziel: Sichtbarkeit schaffen, Leads generieren, Märkte aktivieren. Der Aufbau ist gut durchdacht: Drei Formate (Static, Video, Meme), ordentliches Zielgruppentargeting pro Land, zwei-phasige Media mit späterer Konzentration auf die Conversionstärksten Länder.
Und dennoch zeigt sich im Doing wieder mal: Zwischen Ideal und Realität klafft oft eine Lücke 😉 Ich lass euch mal an den wichtigsten Learnings teilhaben.
Fakten und Vorgehen
4 Wochen Laufzeit, aufgeteilt in zwei Phasen
3 x 3 Formate zum Testen: Static, Video, Meme
12 Länder, identische Zielgruppen-Setups (weil passend)
Lead-Übergabe: Excel bleibt Realität
Die generierten Leads werden nicht automatisch in ein CRM überführt, sondern per .xls-Datei an die zuständigen Landes-Distributoren weitergegeben. Microsoft Dynamics ist teilweise eingeführt, aber nicht flächendeckend integriert. Leider immer noch Realität in vielen, auch großen Unternehmen.
Da hilft nur das Beste rausholen. Was wir getan haben:
• Exportstruktur standardisiert (Pflichtfelder, einheitliche Benennung)
• Verbindliche Übergabezeiten definiert
• Zentrale E-Mail-Strecke aufgesetzt, um alle Leads unabhängig vom lokalen Vertrieb weiter zu bearbeiten
Die Kommunikation mit den Leads läuft parallel weiter: Wer nicht gewinnt, erhält ein gezieltes Folgeangebot.
Übersetzungen und warum japanisch echt ein Biest ist.
Die Anzeigen mussten in diverse Sprachen transferiert werden. Zur Freigabe gingen die fertigen Ads in die jeweiligen Märkte. Zurück kamen teilweise sehr kreative neue Textvorschläge – mit alternativen Headlines, Symbolen und anderen Formulierungen. Das führte zu unnötigem Mehraufwand und zusätzlichen Abstimmungen.
Learning: Für zukünftige Kampagnen wird Übersetzung und Freigabe klar getrennt:
Sprachanpassung ja – kreative Adaption nein.
Hinweis für Asien: Im Japanischen können neue Zeilenumbrüche den gesamten Satzsinn verändern. Deshalb künftig: Umbrüche mitliefern – nicht nur den reinen Text.
Conversion first.
Für das Gewinnspiel wurden sieben Microsites in den jeweiligen Landessprachen umgesetzt – mit dem Ziel, eine möglichst hohe Conversion zu erreichen und gleichzeitig unternehmensrelevante Daten der Teilnehmenden abzufragen.
Warum keine native Website?
Eine Einbindung auf der Unternehmensseite hätte die technische Umsetzung und Flexibilität stark eingeschränkt. Die Microsites wurden deshalb über Heyflow realisiert – flexibel, performant, in CI, mit klarer Nutzerführung und optimiert für mobile Endgeräte.
Wichtig bei der Toolwahl:
Achtet frühzeitig darauf, wie viele Subdomains eingerichtet werden können – und ob es möglich ist, mehrere (ausreichend!) Sprachversionen unter einer gemeinsamen Subdomain zu bündeln. Das spart nicht nur Abstimmung und Aufwand, sondern wirkt auch deutlich seriöser.
Eine einheitliche URL-Struktur und die Anbindung an die Unternehmensseite zahlen direkt auf Vertrauen und Glaubwürdigkeit ein – gerade bei internationalen Kampagnen mit unbekannten Zielgruppen.
Umgang mit Ablehnung.
Streng genommen sind Gewinnspiele auf Social Media nicht verboten – solange sie nicht als Lotterie oder Glücksspiel gelten. Aber: Der Übergang ist fließend. Und was erlaubt ist, entscheidet im Zweifel nicht der Gesetzgeber, sondern der Algorithmus. In diesem Fall wurden fast 1/3 der Anzeigen zunächst abgelehnt (während 2/3 mit sehr ähnlichen Aussagen ohne Probleme geschaltet werden konnten).
Wenn euch das passiert: Keine Panik, das gehört zum Spiel dazu und die Gründe sind so vielfältig wie unberechenbar. Was ist zu tun:
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Text prüfen. Vage Versprechungen oder zu werbliche Formulierungen anpassen.
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Anzeigelemente checken. Auch Bilder oder Buttons können Trigger sein.
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Neu einreichen. Häufig reicht eine kleine Änderung, um durchzukommen.
Wichtig:
Ablehnungen sind kein Drama – sondern Alltag im Kampagnenmanagement.
Pragmatismus vs. Brand-CD
Wenn es um CI, Branding und Gestaltung geht, wird oft mit der gleichen Ernsthaftigkeit diskutiert wie bei einem TV-Spot zur Primetime. Nur: Wir sprechen hier nicht über einen millionenschweren Imagefilm – sondern über Ads, die für zwei Wochen im Feed laufen und dann wieder rausfliegen, wenn sie nicht liefern.
Und trotzdem fließen oft Stunden in Feinjustierungen:
Layout-Anpassungen, Schriftgrößen, Bildausschnitte, CI-konforme Umformulierungen – alles aus Prinzip. Nicht, weil es messbare Effekte bringt. Das Problem ist nicht die Liebe zum Detail, sondern der fehlende Maßstab.
Ein schlanker Kampagnenzyklus mit fünf bis zehn Varianten, A/B-Tests und Lokalisierungen braucht Geschwindigkeit und Entscheidungsfreude – kein pixelgenaues Corporate-Drama.
Es geht nicht um Beliebigkeit. Es geht um Relevanz.
Gutes Design ist nicht tot. Aber gutes Design in Kampagnen heißt: verständlich, wiedererkennbar, schnell einsetzbar – und im Zweifel: testbar.
Fazit: Weniger Korrekturschleifen. Mehr Wirkung. Kein Aufwand, der in keinem Verhältnis zur Lebensdauer steht.
Checkliste: Was du vor Kampagnenstart geregelt haben solltest
Technisches Setup
- Werbekonto ist aktiv & verifiziert
- Zahlungsmethoden hinterlegt (inkl. Buchhaltungsfreigabe)
- Tracking-Pixel gesetzt (z. B. LinkedIn, GA)
- Consent-Lösung eingebunden (DSGVO-konform)
Tools & Infrastruktur
- Landingpage-Tool gewählt und konfiguriert
- Domain/Subdomain organisiert
- UTM-Struktur definiert
- Übersetzung & QA-Prozess aufgesetzt
Reporting & Optimierung
- Performance-Ziele klar (z. B. CPL, CTR, Leads)
- Reporting-Tool oder Sheet vorbereitet
- Monitoring-Zeiten und Zuständigkeiten geklärt
Lead Handling & Nurturing
- Übergabeprozess intern geklärt (Wer, Wie, Wann?)
- Datenstruktur definiert (CSV, CRM, Mailtool)
- Follow-up-Mails vorbereitet (Reminder, Angebote)
- Verantwortlichkeiten eindeutig benannt
Content & Creatives
- Zielgruppen-Targeting abgestimmt
- Assets produziert (statisch, Video, Meme)